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Antrag Nutzen-Kosten-Untersuchung 02.05.2011

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Anfrage S-Bahnverlängerung von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf 16.06.2011

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Landesnahverkehrsplan 2013 - 2017 (Quelle: MIL 3.12.2012)

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S-Bahnverlängerung nach Dahlewitz und Rangsdorf

S-Bahn
Unser Ziel

Die Landesregierung stellte am 6.11.2012 ihren Entwurf des neuen Landesverkehrsplans 2013 bis 2017 der Öffentlichkeit vor. Darin heißt es (Zitat):

Insbesondere unter Berücksichtigung des mittlerweile guten und in der Regel schnelleren Regionalverkehrsangebots ergibt sich in überschaubaren Planungszeiträumen für die kostenintensiven infrastrukturellen und betrieblichen Erweiterungen des S-Bahn Netzes keine Notwendigkeit. Das betrifft die Verbindungen nach Falkensee, Velten, Kleinmachnow und Rangsdorf.

Der S-Bahnlückenschluss nach Rangsdorf bleibt durch Minister Vogelsänger im neuen Landesnahverkehrsplan 2013-2017 leider unberücksichtigt!

Die Gemeindevertretung Rangsdorfs beschloss am 19.4.2012 die Umsetzung der Nutzen-Kosten-Untersuchung. Der Gutachter stellte die Endergebnisse seiner Nutzen-Kosten-Untersuchung NKU erst am 7.11.2012 der Arbeitsgruppe S-Bahn Rangsdorf mündlich vor. An der Sitzung nahmen trotz Einladung weder die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow noch das Infrastrukturministerium Potsdam teil. Weder wurde der schrift­liche Bericht des Gutachters noch die Präsentation an die Arbeits­gruppe verteilt. Sobald der vollständige Bericht des Gutachters vorliegt, wird dieser genau zu prüfen sein, um die verbleibenden Möglichkeiten für einen S-Bahnlückenschluss zu sondieren.

Meiner eigenen Ingenieursabschätzung nach, hätte sich für den Endhaltepunkt Rangsdorf-Nord im günstigsten Fall ein NKU-Faktor von bis zu rund 1,2 ergeben können, weil die Invest- und Betriebskosten vergleichsweise wesentlich geringer wären: Kürzere Strecke, ein neuer Bahnhof gespart, bessere Taktung.
Meine Annahme war, dass das Verschieben des Endhaltepunktes um rund 700 Meter nach Norden keinen Einfluss auf die Nachfrage der Rangsdorfer auf das neue S-Bahnangebot hätte. Denn die Alternativen wären entweder weiterhin mit der relativ schlecht abgestimmten Regionalbahn in Blankenfelde umzusteigen, mit dem PKW nach Blankenfelde zum S-Bahnhof zu fahren oder ganz auf den ÖPNV zu verzichten. Und dass der Werksverkehr zum Gewerbegebiet Dahlewitz über Rangsdorf-Nord zu einer massiven Nutzersteigerung führen würde.

Der Vorteil für den Personentransport von und nach Rangsdorf liegt auf der Hand: zu dem Einstundentakt des Regionalexpess zum Flughafen kommt ein 20 Minutentakt über Lichtenrade, Marienfelde und Südkreuz zum Brandenburger Tor und zum Bahnhof Friedrichstraße.

Der Ausbau der Dresdner-Bahn auf eine Geschwindigkeit von 200 km/h gehört zu den Projekten mit Priorität im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege (vergleiche Gesetz über den Ausbau der Schienenwege des Bundes). Es ist denkbar, dass die zwei großen Infrastukturprojekte - Neubau Flughafen Schönefeld BBI bzw. BER und der Ausbau Dresdner-Bahn erhebliche Auswirkungen auf die RE-Anbindungen von Dahlewitz und Rangsdorf (heute RE3 und RE7) haben können: Dahlewitz, Rangsdorf, Dabendorf und Zossen sind bedroht, von einem schnellen Schienentransport teilweise abgehängt zu werden.

S-Bahnlinien TF-BBI
Linienkonzept - Perspektivnetz
Quelle: Entwurf LNVP 6.11.2012, MIL

Über diese Abkopplung des Zossener Hinterlands und Baruths, das ich seit 2008 prognostiziert bzw. für wahrscheinlich gehalten hatte, fing im Frühjahr 2012 an, Realität zu werden: Es wurde bekannt, dass die Haltepunkte Neuhof (zu Zossen) und Klasdorf (zu Baruth) nach den neusten Planungen entfallen sollten. Laut Berichterstattung in der MAZ vom 17.4. 2012 prüfte das Infrastrukturministerium (MIL) und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), ob und wie sich die Haltepunkte weiterhin rentabel bedienen lassen: Für den Moment bleiben die Haltepunkte erhalten.

Es sei darauf hingewiesen, dass der neue Nahverkehrsplan 2013 bis 2017 davon ausgeht, dass sich der Lückenschluss der Dresdner Bahn innerhalb Berlins weiter verzögert. Das führt dazu, dass die Großbeerener-Schleife für den Regionalverkehr zunächst erhalten bleibt. Später wird der erste Halt in Berlin auf absehbare Zeit das Südkreuz bleiben. Die perspektivischen RE-Taktzeiten sollen, wie bestehend, langfristig bei 60 Minuten erhalten bleiben. (Seite 93: RE5: über Südkreuz zum Hauptbahnhof und RE24 über BER zum Ostkreuz, Hohenschönhausen nach Bernau). Es wird daher für Dahlewitz, Rangsdorf bis Wünsdorf-Waldstadt und Baruth kaum Verbesserungen mit Ziel Berlin geben.

Für Blankenfelde-Mahlow sind im Nahverkehrsplan 2013 bis 2017 weder ein neuer S-Bahnhalt in Mahlow-Nord noch ein Haltepunkt für den Flughafen-Express FE in der sogenannten Mahlower-Kurve erwähnt.

Politisch ist die Aufarbeitung der Nutzen-Kosten-Untersuchung m.E. deutlich schwieriger geworden, denn im bisher gültigen Landesnahverkehrsplan 2008 - 2012 war der S-Bahnlücken-schluss nach Rangsdorf wenigstens noch ein Ziel, wenngleich dem durch Minister Vogelsänger mehrfach eine Absage erteilt wurde.

Meiner Meinung nach, ist das Zurückfahren der Weiterentwicklung der Nahverkehrsinfrastruktur, insbesondere das Streichen aller S-Bahnvorhaben, die überall im Land von der Bevölkerung begrüßt würden, auch in Zusammenhang mit den finanziellen Mehraufwendungen für den neuen BER Flughafen zu sehen. Zahlreiche Fehler von Ministerien, Baubehörden und Flughafengesellschaft führen zu jahrelangen Verzögerungen und Mehrausgaben in Milliardenhöhe, von denen Brandenburg zunächst zusätzlich 444 Millionen Euro aufbringen muss.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, den Mitgliedern der BISAR e.V., den vielen engagierten Bürgern Rangsdorfs und den regionalen Unternehmen zu danken, die bereits die Vertiefungsuntersuchung und diese Nutzen-Kosten-Untersuchung mit Spenden unterstützt haben.

Es bleibt die kleine Hoffnung, dass beide, MIL und Minister Vogelsänger, bereit sind, die S-Bahnlückenschlüsse im LNVP wenigstens als Optionen für die Zukunft einzufügen.

Es gilt, die 100% Förderung für die Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf über das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zu beantragen, weil die Komplementärfinanzierung zur Grunderneuerung der Berliner S-Bahn in 2013 ausläuft. Ab 2014 muß das Land diese 40% Komplimentärfinanzierung selber tragen. (Quelle: Schreiben Enak Ferleman MdB, PStS, BMVBS 14.3.2011)

Mit besten Grüßen
Ihr
Ralf von der Bank

   

Planung der Anbindung des BBI-Flughafens

S-Bahnlinien TF-BBI
Bus und Bahnanbindung Teltow-Fläming - BBI, Stand März 2011
Quelle: VBB Vortrag, AfRB, Kreistag Teltow-Fläming

Mit Schreiben vom 19. April 2012 hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB der Gemeinde Rangsdorf mitgeteilt, dass die Verbindung des Abschnitts Wünsdorf bis Blankenfelde an Berlin weiterhin in der Regel durch 2 Regionallinienen erfolgen soll.
Die RE3 wird aufgrund fehlender Infrastruktur weiterhin einen Umweg über Lichterfelde Ost nehmen. Die zweite Linie RE7 wird ab dem 3.6.2012 stündlich über den Flughafen BBI/BER verkehren.
Der VBB geht davon aus, dass sich die Fertigstellung der Dresdner Bahn um mehrere Jahre verschiebt, weshalb der VBB weiterhin davon ausgeht, dass dieses Angebotskonzept fortgeführt wird.

Für die Zeit nach der Fertigstellung der Dresdner-Bahn wird in dem Schreiben avisiert, dass die RE3 einen halbstündigen Takt erhalten könnte und die RE7 durch eine neue RE24 ersetzt werden könnte.

Am 23.April 2012 teilte der VBB auf der Regionalkonferenz Potsdam-Havelland-Fläming (Quelle: Bernd Arm, Nahverkehrs- und Qualitätsmanagement) mit, dass auf der RE7 die neuen elektrischen Triebwagenzüge der Bauart TALENT 2 eingesetzt werden sollen.

S-Bahnlinien TF-BBI
Talent 2 - Regionalexpress
Quelle: VBB Vortrag, Bernd Arm, Regionalkonferenz 23.4.2012
   
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